Was gemächlich beginnt ,endet mit einem Knall.
Mit stiller Aufmerksamkeit und gebannt liest man von einer Familiengeschichte, vor der Kulissen im Westen Kanadas und voller geheimnisvoller Andeutungen auf eine Tragödie hinausläuft. Über das fröhliche, glückliche und zufriedene Familienleben war eines Tages ein trauriges Schicksal hereingebrochen.
Denn heiter und geruhsam lebte das Ehepaar Ward mit seinen vier heranwachsenden Kindern auf einer Milchfarm in Atwood, einem kleinen Kaff in Kanada unweit von Vancouver.
Carl und Morgan, Natalie und der älteste Bruder Boyer helfen bei der Arbeit auf der Farm, denn jede Hand wird gebraucht. Boyer ist 22 Jahre alt und Natalie liebt und bewundert ihren großen Bruder sehr!
Eines schönen Tages tauchte in der ruhigen Idylle des Farmlebens Richard Jordan auf, genannt “River” . Er ist ein Hippie, der friedlich und unaufgeregt in das heile Familienleben eindringt. Hippie, das bedeutete damals “”make love, not war”", und das bedeutete Rebellion gegen die amerikanische Regierung, die sich in Vietnam einmischte und einen grausamen Krieg mit verursachte.
River ist ein sanfter und ausgeglichener Mensch, der nach Kanada desertiert ist, um sich dem Kriegsdienst zu entziehen. Als fleißiger Helfer und anregender Geist ist er in der Familie sehr willkommen und erobert die Herzen fast aller Familienmitglieder…
Heute im Jahre 2003 ist Natalie 52 Jahre alt, weit entfernt von ihrem ursprünglichen Zuhause, und arbeitet als Journalistin. Eines Tages wird sie von ihrem Bruder zur sterbenden Mutter gerufen und erinnert sich noch einmal sehr bewegend und intensiv, wie alles war, bevor es so traurig endete.
Donna Milner berichtet aus verschiedenen Perspektiven, wie es zum Zerfall der Familie gekommen ist. Niemand ahnte in dem ruhigen heißen Sommer von 1966, dass die heile Welt der Jugend und Kindheit dramatisch zerbrechen könnte.
Die Geschichte lebt vom dem gemütlich Gemeinschaftsleben der Familie, der Heuernte, der Küchendufte und dem liebevollen Umgang der Menschen mit- und untereinander. Ein scheinbar friedliches Landleben ein völlig normalen, intakten Familie. Doch es regen sich recht bald Zweifel, leise Hoffnungen und Liebesgefühle bei einzelnen Protagonisten, die auf mögliche Unruhe in der harmonischen Idylle hindeuten.
Dass sich am Ende eine verwickelte, äußerst spannende und sehr anregende Familiensaga aus den Anfängen der Erzählung entwickelt, in der unglaubliche Ereignisse stattfinden, die die Familie kaputt macht, macht die Lektüre zu einem spannenden Schmöker, den man begeistert bis zum Ende liest.
Und die Autorin hat es geschafft, mir ein liebevolles Bild dieser scheinbar gescheiterten Familie, in der fast jeder sich schuldig fühlt, jedoch niemand es ausspricht, zu schaffen. Schweigen zerfrisst sämtliche Beziehungen von innen heraus und zerstört alles, was einmal gut und wichtig war.
Fazit: Mit “River” hat Donna Milner ein grandioses Debüt vorgelegt! Selten hat mich eine Geschichte über Schuld, Scham und Schweigen so in den Bann gezogen wie in diesem großartigen Roman und selten hat der Bruch und das Scheitern einer Familie so geschmerzt wie hier. 5 Sterne!
Broschiert: 397 Seiten
Verlag: Piper; Auflage: 3 (Juli 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3492258743
ISBN-13: 978-3492258746
Originaltitel: After River

Den Tod muss man nicht fürchten. Er ist nämlich, wie er als Ich-Erzähler von sich selbst in einer Vorbemerkung sagt, „bemüht, dieser ganzen Angelegenheit eine fröhliche Seite zu verleihen“. Nur hätten die meisten Menschen „einen tief sitzenden Widerwillen, der es ihnen unmöglich macht, mir zu glauben, so sehr ich auch versuche, sie davon zu überzeugen“. Mit einem weiteren Vorurteil räumt der Tod gleich zu Beginn auf, dass ihm nämlich die Menschen gleichgültig seien. Im Gegenteil.
Ab und zu, so erfahren wir, braucht er sogar eine Auszeit, um sich abzulenken. „Ihr wollt wissen“, fragt er, „wovon ich mich ablenken muss? (…) Es sind die übrig gebliebenen Menschen. / Die Überlebenden.“
Eine solche Überlebende, „eine Expertin im Zurückbleiben“ ist die neunjährige Liesel Meminger. Von ihr handelt dieses wunderbare Buch. Zum ersten Mal begegnet der Tod der neunjährigen Liesel 1939 am Grab ihres kleinen Bruders, wo sie auch ihre Karriere als Bücherdiebin beginnt: Mit Hilfe des Handbuchs für Totengräber lernt sie das Lesen und muss fortan immer wieder Bücher stehlen.
Sie „rettet“ auch welche — vor den Flammen der Nazis. Und hin und wieder bekommt sie auch welche geschenkt. Ihre Liebe zu Büchern muss es sein, die den Tod, der sich selbst hier als großer Erzähler erweist, die Liesel lieb gewinnen lässt. Während um sie herum Bombenhagel alles in Schutt und Asche legen, findet sie Schutz im Keller – und in ihren Büchern.
Vor einigen Tagen gerade habe ich dieses ergreifende Buch beendet. Nicht ohne auf den den letzten Seiten einen großen, schweren Kloss im Hals zu haben.
Die Geschichten handelt von Liesel Meminger, die während des dritten Reiches bereits alle Menschen, die sie liebt, verloren hat, und bei ihren Pflegeeltern Hans und Rosa Hubermann aufwächst.
Die Charaktere dieser Pflegeeltern sind überaus liebevoll mit all ihren Fehlern und Schwächen gezeichnet. Die Mutter Rosa hat eine extrem rauhe Ausstrahlung, sie nennt Liesel z. B. Saumensch und ihren Mann Hans Saukerl. Beim ersten Kennenlernen wirkte sie sehr unsympathisch, aber schnell merkt man, dass sie ein Herz aus Gold hat und ganz besonders die Liesel und ihren Mann liebt. Pflegepapa Hans hingegen ist gutmütig und warmherzig und schließt Liesel sofort in sein Herz.
Das besonderen an diesem Buch ist der Erzähler. Der Erzähler ist niemand anderes, als der Sensemann persönlich. Er erzählt uns vom Tod, wie Familie Hubermann einen jüdischen Faustkämpfer (Boxer) im Keller versteckt, wie Liesel sich mit den Menschen in der Himmelstrasse von Molching arrangiert. Am allermeisten dürfte aber das Schicksal von Max bewegen.
Familie Hubermann verstecken Ihn, trotz großer Angst vor Entdeckung. Für Rosa und Hans kommt es nicht in Frage, den Juden Max davon zu schicken und seinem Schicksal zu überlassen. Das Leben von Max kann erst dann nicht mehr beschützt werden, als Hans einem halb verhungerten jüdischen Mann, die durch Molching (in ein Konzentrationslager) getrieben werden, ein Stück Brot gibt, und er somit ins Visier der Nazis gerät.
Besonders schön und ungewöhnlich sind die bebilderten Geschichten, die Max als Geschenke für seine Freundin Liesel angefertigt hat. Im Ganzen aber macht es die Geschichte noch aufwühlender – und zeigt gut, womit sich die sog. Kriegskinder beschäftigt haben oder haben mussten.
Es ist für mich immer wieder unglaublich und zutiefst verstörend, dass es im dritten Reich so viele Menschen gegeben hat, die ihren jüdischen Mitmenschen jedes Recht auf Menschlichkeit und Menschenwürde abgesprochen haben. Max malt sich selbst in seiner Geschichte auch nicht mehr als Mensch, sondern als Vogel. (Seine Haare erinnern Liesel an Federn). Sehr gut hat mir auch gefallen, dass die Geschichte zum Nachdenken anregt, sei es über Rassenwahn, Vorurteile oder nicht ganz einfache Entscheidungen, die man in seinem Leben zu treffen hat.
Fazit: Das Schicksal ist nicht planbar und Herzenswünsche sollte man besser schnell verwirklichen, bevor es zu spät ist. Alles in allem ist dieser Roman sowohl inhaltlich als auch sprachlich sehr gelungen und zu Herzen gehend. Ich kann die Lektüre nur empfehlen!
Taschenbuch: 592 Seiten
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (7. September 2009)
ISBN-10: 3442373956
ISBN-13: 978-3442373956

Kein Witz: Hape Kerkeling, Deutschlands vielseitigster TV-Entertainer, geht zum Grab des heiligen Jakob: 600 Kilometer durch Frankreich und Spanien bis nach Santiago de Compostela, und erlebt die außergewöhnliche Kraft einer Pilgerreise.Es ist ein sonniger Junimorgen, als Hape Kerkeling, bekennende couch potato, endgültig seinen inneren Schweinehund besiegt und in St.-Jean-Pied-de-Port aufbricht.
Sechs Wochen liegen vor ihm, allein mit sich und seinem elf Kilo schweren Rucksack: über die schneebedeckten Gipfel der Pyrenäen, durch das Baskenland, Navarra und Rioja bis nach Galicien zum Grab des heiligen Jakob, seit über tausend Jahren Ziel für Gläubige aus der ganzen Welt.
Ein wunderbares Buch! Vor alle deshalb, weil innerhalb der ersten Geschichte auch eine zweite erzählt wird. Zum einen die Chronik einer Pilgerreise auf dem Jakobsweg, zum anderen eine Geschichte über die Menschen. Hape Kerkeling lässt durchschimmern, dass er nicht nur das Leben sondern auch die Menschen liebt, auch wenn er zwischendurch ordentlich über sie herzieht, so wird doch schnell klar, dass Nächsten- und Eigenliebe nicht voneinander trennbar sind.
Der Fokus der zweiten Geschichte ist die Episode an seinem Namenstag, als angetrunkene Kids beschließen, spaßeshalber in sein Hotelzimmer zu ballern, wofür er sich mit einem Kübel Wasser bei ihnen revanchiert. Der Faden geht über ein vor Jahren mitgemachtes Reinkarnationsseminar zu einem seltsamen Schamanen, dessen Lieblingsautoren Günter Grass, Michael Ende und Adolf Hitler sind. Es klingt wie eine Heilung.
Was da als zweite Geschichte durchschimmert, ist die Möglichkeit, dass Hape Kerkeling ein karmisches Trauma aufgelöst hat. Danach ist Raum für seine persönliche, und mitunter höchst amüsante, Gottesbegegnung.
War vorher seine Wanderung eine introvertierte und einsame, so wird sie von nun an zu einer, an der wohlwollende Freunde ihren Anteil haben.
Diese zweite Geschichte bleibt im Bereich des Möglichen und wird nicht zur zwingenden Schlussfolgerung. Man kann daran glauben oder auch nicht. Spannend ist sie allemal.
Es bleibt das Gefühl, dass da einer auf eine ganz neue, weil sehr persönliche Weise von Gott zu erzählen vermag. Dieser Gott ist um so sympathischer, weil er sich als Berichterstatter ausgerechnet einen Mann ausgesucht hat, der sich zu seiner Homosexualität bekennt und damit die gängigen Kirchenlehren konterkariert.
Gottes Wege sind unerforschlich. Oder vielleicht doch nicht. Vielleicht muss man sie nur gehen
.
Fazit: Ein wundervolles persönliches Buch!
Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: Malik; erschienen im Oktober 2007
ISBN-10: 3890293123
ISBN-13: 978-3890293127

Als der siebenjährige Peter in der Küche in seinem improvisierten Bettchen liegt, singt Frau Kozinska durch die Risse im Boden in der Wohnung unten. Die Russen, die neuerdings bei ihr wohnen, halten sie nicht davon ab. Dann reißt die Mutter Peter unsanft aus seinen Träumen. Er müsse zur Schule, sagt sie, der Lehrer Fuchs warte.
Aber der Lehrer wartet schon lange nicht mehr auf jeden Schüler, seit die Schule zerbombt und in den Milchladen von Fuchs’ Schwester umgezogen ist. Der Krieg ist verloren, Hoffnungslosigkeit hat sich breit gemacht. Was soll man da noch lehren und lernen?
Ich habe mir das Buch gekauft, weil es den Literaturpreis erhalten hat. Ich war von Anfang an skeptisch, ob eine so junge Autorin in der Lage ist, ein Buch über den 2. Weltkrieg zu schreiben. Das Buch war nicht spannend, es zog sich endlos hin und es gab keinen roten Faden.
Weder erfuhr man, was mit der Mutter geschehen ist noch was aus der Schwester und deren Freundin geworden ist. Die Schilderung von Helene und deren Wandlung war insgesamt unglaubwürdig. Vor allem die Schilderung, dass sie ihren eigenen Sohn nicht lieben kann. Die Sprache ist sehr verschachtelt mit lauter kurzen Nebensätzen und lässt sich schlecht lesen. Insgesamt eines der schlechtesten Bücher seit langem.Nun ist die Erzählweise von Franck schon recht antiquiert in ihrer versuchten Nachahmung eines Stils so etwa aus dem frühen 20sten Jahrhundert.
Fazit: Franck bringt so gut wie keinen Satz auf den Punkt, was das Lesen und das Verständnis erschwert. Ich habe das Buch nach der Hälfte aus der Hand gelegt.
(Im Übrigen bin ich absolut der Meinung, dass nicht jedes Buch, was den 2. Weltkrieg und Nazi-Deutschland thematisiert per se als lesenswert befunden werden sollte. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun
. )
Taschenbuch: 432 Seiten
Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 5 (4. März 2009)
ISBN-10: 3596175526
ISBN-13: 978-3596175529

Als kurz nach Kriegsende ihr lang vermisster Freund Gerd glücklich und unerwartet von der Ostfront zurückkehrt, findet er eine ihm fremde Welt vor. Die Entfremdung wird noch größer nach einem Blick in die Tagebuchaufzeichnungen seiner Freundin.
Auf seine Frage nach dem darin häufig verwendeten Kürzel “Schdg.” kann sie nur bitter lachen. “Na, doch natürlich Schändung.” Kurz darauf verschwindet Gerd.
Ob für immer aus dem Leben der Frau aus Berlin — wie so vieles wissen wir es nicht. Ihre Trauer darüber hielt sich in Grenzen. Nach all dem Durchlittenen war in ihr für Liebe und Zärtlichkeit kein Platz mehr frei.”
Normalerweise schreibe ich meine Eindrücke über ein Buch immer gleich nachdem ich es zu Ende gelesen habe. Bei diesem war das nicht so. Dieses Buch musste ich sacken lassen. Denn diese Lektüre ist wohl das ungeheuerlichste und authentischste Dokument, was es über die letzten Kriegsmonate in der großen Welt der Literatur gibt.
Die Identität der Anonyma ist, verständlicherweise, unbekannt, auch über ihren Tod hin aus. Ihre Vita bleibt weitestgehend im Dunkeln, aber sie ist Anfang 30, Fotojournalistin, weit gereist und sie spricht mehrere Sprachen. Und ihre Russischkentnisse erweisen sich als Lebensrettend.
Im Bombenhagel und banger Erwartung vor den Russen, haben sich ganze Hausgemeinschaften in Kellerlöchern verschanzt; dabei sind nur Kinder und ältere Frauen, die jungen Frauen wurden auf dem Dachboden versteckt. Was in den meisten Fällen aber auch nichts nützen soll ….
Brutal und schonungslos schreibt Anonyma über die letzten Kriegstage und die Zeit danach, wie sie die Berliner Bevölkerung erlebt hat – vor allem die Frauen. Das Leid wird ohne Dramatisierung geschildert, egal ob Familien, die aus Verzweiflung Selbstmord begehen oder Jugendliche, die noch in den letzten Kriegstagen von Bomben getötet werden. Sehr bildhaft wird beschrieben, wie Eltern – nicht immer erfolgreich – versuchen, ihre jugendlichen Töchter zu verbergen, und wie viele Frauen versuchen, sich alt unattraktiv zu machen, um für die Soldaten nicht interessant zu sein. Und das es unweigerlich zu Vergewaltigungen kommt, wird auch offen und ehrlich beschrieben.
Ebenso anschaulich wird der Kampf um knappe Lebensmittel beschrieben, dass zu diesen Notzeiten auch Brenesseln oder faulige Kartoffeln reichen müssen, überhaupt wird der Kampf ums Überleben und auch das gegenseitige Bestehlen passend charakterisiert.
Ich kann dieses Buch nur jedem empfehlen, der auch mal einen authentischen Einblick in das Leid der deutschen Zivilbevölkerung durch den Krieg erhalten möchte. Das Buch zeigt keine Spur von Mitleidsgeheische, nein, vielmehr wurden die Gefühle ausgespart, denn wenn alle Gefühle abgetötet sind, kann auch kein Hass mehr entstehen.
Fazit: Dieses Buch ist wichtig. Jeder, der sich mit den Geschehnissen von 1945 befaßt, sollte es gelesen haben!
*Erscheinungsdatum: 1. April 2005, im btb Verlag;
*Taschenbuch; 288 Seiten
*ISBN-10: 3442732166
*ISBN-13: 978-3442732166

Mariam ist ein harami, ein uneheliches Kind. Als ihre Mutter sich umbringt, wird sie von ihrem Vater deshalb schnellstmöglich mit einem Schuhhändler aus Kabul verheiratet. Die junge Laila ereilt Jahre später ein ähnliches Schicksal, das sich mit dem Mariams verflicht – sehr zu deren Unwillen. Dann jedoch versuchen beide Frauen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen, doch unter dem Terrorregime der Mudschaheddin und später der Taliban bleibt ihnen dazu so gut wie kein Spielraum. Und so bleibt schließlich nur ein Ausweg.
2 Frauenschicksale in Afghanistan und ich muss zugeben, dass schon der Klappentext sehr viel versprechend ist. Drachenläufer ist sein erster Roman, wurde mir auch wärmstens empfohlen, liegt aber bisher noch in der Liste der ungelesen Bücher. Aber dieses 2. Buch sprach mich auf Anhieb mehr an als sein Erstling.
Der Autor Khaled Hosseini beschreibt in seinem Roman die Lebensverhältnisse von Frauen in Afghanistan von 1959 bis 2002 als die Amerikaner den Taliban den Krieg erklärten. Eine sehr berührende, interessante Geschichte mit sehr viel Infos über Alltag, Kultur & Geschichte Afghanistans von der Besetzung durch die Sowjetunion bis hin zu den Taliban & dem Krieg gegen die USA.
Die Story rankt sich um die Geschichte zweier Frauen, die beide an einen Mann geraten, den sie sich nicht freiwillig ausgesucht haben. Die eine, etwas ältere, Mariam wird bereits mit 15 Jahren von ihrem Vater an einen älteren Mann verheiratet und erleidet Höllenqualen. Die zweite Frau Laila verliert durch einen Raketenangriff in Kabul ihre Eltern, wird selbst schwer verletzt und gerät dadurch an denselben Mann wie Mariam.
Aus einer Hassbeziehung wird dann eine Schicksalsgemeinschaft, wie bei einer Mutter mit Tochter. Beide versuchen sich von ihrem Peiniger zu befreien.
Fazit: Ein sehr spannender, emotionsgeladener, informativer Roman über Afghanistan und die Lebensverhältnisse unter den unterschiedlichsten Regiemen, die nur Leid und Elend brachten. Natürlich kommt auch die Liebe nicht zu kurz und ob es ein Happy End gibt, sollte der Leser schon selbst herausfinden. (Der Titel des Buches stammt übrigens aus einem alten Gedicht, den einer der Protagonisten zitiert.)
Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: Bvt Berliner Taschenbuch Verlag; Auflage: 1., Aufl. (April 2009)
ISBN-10: 3833305894
ISBN-13: 978-3833305894

