Es geschieht am helllichten Tag.
Anne und ihr Mann Harald erleben den Albtraum aller Eltern: Während eines Toscana-Urlaubs verschwindet ihr Kind beim Spielen spurlos. Die Suche der Polizei verläuft ergebnislos, und sie müssen ohne ihren Sohn nach Hause fahren. Zehn Jahre später kehrt Anne an den Ort des Geschehens zurück, um herauszufinden, was damals passiert ist. Sie ahnt nicht, wie nah sie dem Täter kommt – und er ihr.
Ein Roman, der einem zuweilen den Hals abschnürt, so schrecklich realistisch ist die Geschichte.
Wenn man das Cover des Buches so sieht, sieht man alles andere, als das was drin ist. Ich habe die erste Seite gelesen und konnte es nicht mehr weglegen. Ich habe es im letzten Sommer gelesen und habe 3 Tage nur im Garten gesessen und dieses Buch verschlungen.
Die Geschichte beginnt in Berlin, wo innerhalb weniger Jahre mehrere kleine Jungs im Alter von 10-12 Jahren verschwinden und anschließend geschändet, gequält und tot aufgefunden werden. Man sieht sofort die Bilder vor sich, als sei man mittendrin und begleite die Personen als unsichtbarer Gast.
Diese Geschichte in Berlin endet recht plötzlich, um Jahre danach in der Toskana weiter zu gehen.
Harald und seine Frau Anna erleben dort den Albtraum aller Eltern: Ihr Sohn verschwindet von einer Minute auf die andere spurlos. 10 Jahre danach, die beiden sind mittlerweile geschieden, macht sich Anna wieder auf, um am Ort des damaligen Geschehens die Spur ihres Sohnes wieder aufzunehmen. Dort macht sie sie Bekanntschaft mit einem netten Mann, dem sie eines der Häuser, die er dort gebaut hat, abkauft, um ihrem Sohn nahe zu sein. Sie ahnt nur nicht, wem sie da so nah ist …
Frau Thiessler legt einen Wechsel zwischen quälender Nüchternheit und Schonungslosen Einblicken in das Leben eines Mörders hin. Bis zum Ende hofft man, dass das die Kinder davon kommen und die Welt doch nicht so grausam ist. Dabei verzichtet sie aber auf blutrünstige Schilderungen, die den Roman, denke ich, erträglicher machen.
Stattdessen packt sie einen auf einer psychologisch-subtilen Ebene, lässt einen an dem Gedankengut des Pädophilen Alfred teilhaben, an der Ohnmacht der Eltern und der Jungen, macht es damit realistisch und erzeugt so ein viel tieferes Grauen.
Das Ende ist nachvollziehbar, wenn auch irgendwie nicht zufriedenstellend, ermöglicht wohl aber einen inneren Abschluss mit dem Thema und auch mit dem Buch -denn das braucht man auch.
Fazit: Top-Unterhaltung für diejenigen, die Grauen nicht scheuen, das man auch nach der Lektüre nicht mehr aus dem Herz bekommt.
Taschenbuch: 548 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (1. September 2006)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453024540
ISBN-13: 978-3453024540
3 Kommentare so far
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Das Buch habe ich gelesen. Es hat mich wochenlang gedanklich nicht los gelassen und noch heute denke ich oft daran. Es ist so unfassbar, schockierend und vor allem traurig. Ich habe so viel geweint beim Lesen und das Schlimmste, es ist Realtiät. Es gibt Eltern die so etwas erleben müssen und Menschen, die zu solch Taten fähig sind.
von Sinja80 am 04.01.10 |
Mir geht es wie dir – ich habe es im letzten Sommer gelesen und mich hat auch nicht losgelassen.
Kann mir gut vorstellen, dass das für Eltern kein leichtes Buch ist … und ein 2. lesen würde ich es auch nicht unbedingt, dafür ist einfach zu “schwer”.
von Fr. Conni am 04.06.10 |
Das Buch habe ich gelesen. Es hat mich wochenlang gedanklich nicht los gelassen und noch heute denke ich oft daran. Es ist so unfassbar, schockierend und vor allem traurig. Ich habe so viel geweint beim Lesen und das Schlimmste, es ist Realtiät. Es gibt Eltern die so etwas erleben müssen und Menschen, die zu solch Taten fähig sind.
+1
von Thorny am 06.06.10 |
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