Hape Kerkeling – Ich bin dann mal weg.

Kein Witz: Hape Kerkeling, Deutschlands vielseitigster TV-Entertainer, geht zum Grab des heiligen Jakob: 600 Kilometer durch Frankreich und Spanien bis nach Santiago de Compostela, und erlebt die außergewöhnliche Kraft einer Pilgerreise.Es ist ein sonniger Junimorgen, als Hape Kerkeling, bekennende couch potato, endgültig seinen inneren Schweinehund besiegt und in St.-Jean-Pied-de-Port aufbricht.
Sechs Wochen liegen vor ihm, allein mit sich und seinem elf Kilo schweren Rucksack: über die schneebedeckten Gipfel der Pyrenäen, durch das Baskenland, Navarra und Rioja bis nach Galicien zum Grab des heiligen Jakob, seit über tausend Jahren Ziel für Gläubige aus der ganzen Welt.

Ein wunderbares Buch! Vor alle deshalb, weil innerhalb der ersten Geschichte auch eine zweite erzählt wird. Zum einen die Chronik einer Pilgerreise auf dem Jakobsweg, zum anderen eine Geschichte über die Menschen. Hape Kerkeling lässt durchschimmern, dass er  nicht nur das Leben sondern auch die Menschen liebt, auch wenn er zwischendurch ordentlich über sie herzieht, so wird doch schnell klar, dass Nächsten- und Eigenliebe nicht voneinander trennbar sind.

Der Fokus der zweiten Geschichte ist die Episode an seinem Namenstag, als angetrunkene Kids beschließen, spaßeshalber in sein Hotelzimmer zu ballern, wofür er sich mit einem Kübel Wasser bei ihnen revanchiert. Der Faden geht über ein vor Jahren mitgemachtes Reinkarnationsseminar zu einem seltsamen Schamanen, dessen Lieblingsautoren Günter Grass, Michael Ende und Adolf Hitler sind. Es klingt wie eine Heilung.

Was da als zweite Geschichte durchschimmert, ist die Möglichkeit, dass Hape Kerkeling ein karmisches Trauma aufgelöst hat. Danach ist Raum für seine persönliche, und mitunter höchst amüsante, Gottesbegegnung.

War vorher seine Wanderung eine introvertierte und einsame, so wird sie von nun an zu einer, an der wohlwollende Freunde ihren Anteil haben.
Diese zweite Geschichte bleibt im Bereich des Möglichen und wird nicht zur zwingenden Schlussfolgerung. Man kann daran glauben oder auch nicht. Spannend ist sie allemal.

Es bleibt das Gefühl, dass da einer auf eine ganz neue, weil sehr persönliche Weise von Gott zu erzählen vermag. Dieser Gott ist um so sympathischer, weil er sich als Berichterstatter ausgerechnet einen Mann ausgesucht hat, der sich zu seiner Homosexualität bekennt und damit die gängigen Kirchenlehren konterkariert.

Gottes Wege sind unerforschlich. Oder vielleicht doch nicht. Vielleicht muss man sie nur gehen ;-) .

Fazit: Ein wundervolles persönliches Buch!

Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: Malik; erschienen im Oktober 2007
ISBN-10: 3890293123
ISBN-13: 978-3890293127


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